About us

Our Commitments

Parties & Partners

News

Structure

Network

Internal Organization

People

Events

Stay In Touch

Job Opportunities & Traineeship

Smart Farming: sichere Lebensmittel, nachhaltige Landbewirtschaftung und Arbeitsplätze für ländliche Gebiete schaffen

Resolution angenommen vom EVP-Kongress am 29. und 30. März 2017 in St. Julian‘s, Malta

Die Europäische Volkspartei (EVP) war schon immer Stolz auf die europäischen Landwirte, die dazu beitragen unsere Lebensqualität zu verbessern. Sie sind das Herzstück ländlicher Gesellschaften und ihr Wachstumsmotor. Die Landwirtschaft bietet Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven, insbesondere in ländlichen Gebieten, und versorgt unsere Gesellschaft mit Lebensmitteln. Die harte Arbeit der Landwirte genießt großen Respekt, und ihre Produkte werden weltweit für ihre hohen Standards sowie ihre Tradition einer stets hohen Qualität geschätzt. Die kleinen bis mittelgroßen Landwirtschaftsbetriebe Europas in Familienbesitz stehen dennoch unter dem wachsendem Druck, für ein langfristiges Überleben ihre Produktionsmodelle wettbewerbsfähiger zu gestalten.

Wir von der EVP möchten langfristig stabile Bedingungen schaffen, die eine solche Zukunft möglich machen können. Wir setzen uns für eine faire und solide Zukunft für unsere Landwirte und für ländliche Gebiete ein. Wir möchten ein stabiles wirtschaftliches Ökosystem aufbauen, in dem es der europäischen Landwirtschaft nicht nur gut geht, sondern sie sich auch weiterentwickeln kann. Wir wollen zudem sicherstellen, dass die grundlegenden Leistungen der Landwirtschaft sowohl für die menschliche Gesellschaft als auch für die natürliche Umgebung auch weiterhin unseren hohen Standards entsprechen, während sie gleichzeitig unseren Bedarf decken. Wir sind davon überzeugt, dass die europäische Landwirtschaft einen unverzichtbaren Mehrwert für Europa als Ganzes darstellt, jedoch sind maßgebende Schritte zu einer ‚smarteren‘ und nachhaltigeren Landwirtschaft erforderlich um sicherzustellen, dass dieser entscheidende Sektor der europäischen Wirtschaft solide und realisierbar bleibt. Dazu ist eine starke, strategische und zukunftsorientierte gemeinsame Agrarpolitik erforderlich.

Digital wachsen: ‚Smart Farming‘ und nachhaltige Landwirtschaft

Die EVP unterstützt einen beschleunigten Übergang zu einem nachhaltigen Wachstum der Landwirtschaft durch die flächendeckende Einführung von digitalen landwirtschaftlichen Technologien. Die Präzisionslandwirtschaft, das so genannte ‚Precision Farming‘, umfasst den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb: Es werden innovative Lösungen eingesetzt, die auf besserem Input-Management basieren – letztlich auf dem tatsächlichen, gemessenen Nährstoffbedarf der Pflanzen. Technologien — beispielsweise Satellitennavigationssysteme (wie GPS), Fernsensoren und Bodenüberwachung — können Informationen zu jedem einzelnen Quadratzentimeter des landwirtschaftlichen Betriebs sammeln und verarbeiten. Eine Nutzung dieser Daten kann Landwirte in die Lage versetzen, ihre alltäglichen Aufgaben optimal auszuführen, und ihnen dabei helfen, die ihnen zur Verfügung stehende Zeit und die vorhandenen Ressourcen optimal einzusetzen. Sie können somit jedes Detail zu ihrem Vorteil nutzen, beispielsweise die Trockenheit des Bodens, das frühzeitige Erkennen von Pflanzenkrankheiten usw., und auf diese Weise nachhaltiger und profitabler arbeiten.

Breitband für Bienenstöcke: den Landwirtschaftsbetrieb ins Zentrum rücken

Der Zugang zu Echtzeit-Informationen gewinnt immer mehr an entscheidender Bedeutung für Landwirte, die ihre modernen Maschinen jetzt mit „Cloud-Computing“ verknüpfen können. Aus dem ‚Digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsindex‘ der Europäischen Kommission geht hervor, dass Breitband in 71 % der europäischen Haushalte verfügbar ist – in ländlichen Gebieten jedoch nur in 28 % der Haushalte; zudem sind mobile Breitbandverbindungen wie 4G in 86 % der europäischen Haushalte verfügbar — in ländlichen Gebieten sind nur 36 % zu verzeichnen. Die Sicherstellung einer angemessenen, zuverlässigen und bezahlbaren Breitbandinfrastruktur in der gesamten EU ist entscheidend, um den Wandel zur digitalen Landwirtschaft der nächsten Generation ermöglichen zu können. Ohne ausreichende Vernetzung können Landwirte nur schwer und manchmal sogar überhaupt nicht, ihre neuen Anwendungen in vollem Umfang nutzen. Die EVP unterstützt daher das kontinuierliche Engagement der Europäischen Kommission innerhalb des digitalen Binnenmarkts und bestärkt die Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung dieser Strategie, damit in der gesamten EU eine moderne Vernetzung verfügbar und die digitale Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten geschlossen wird. Die EVP bestärkt die Europäische Kommission darin, ihre Arbeit zur Entwicklung ländlicher Gebiete und ihre ‚Smart Village‘-Initiativen fortzusetzen. Das Ziel besteht darin, Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten anzukurbeln, Unternehmen dabei zu unterstützen, wettbewerbsfähig zu bleiben, ländliche Gebiete in die allgemeine Wirtschaft zu integrieren und die Attraktivität von ländlichen Kommunen zu steigern. Davon sollten auch Landwirte in benachteiligten Gebieten profitieren, insbesondere in Bergregionen, wo die Infrastruktur oftmals unterentwickelt ist und die Vernetzungsfähigkeit ein wichtiger Motor sein kann.

Digitale Kenntnisse: Katalysatoren für die zukünftige Landwirtschaft

Für eine Realisierung des digitalen Wandels in der Landwirtschaft ist digitales ‚Know-how‘ erforderlich, um das Beste aus den Technologien für das ‚Precision Farming‘ herauszuholen. Da derzeit nur 8 % der europäischen Landwirte jünger als 35 Jahre sind, muss der Wissenstransfer hohe Priorität genießen. Die EVP setzt sich im Rahmen der Neuen Europäischen Kompetenzagenda, die Sektor bezogene Zusammenarbeit für Kompetenzen betreibt, für Schulungsprogramme ein. .Anhand dieser Programme lernen die Landwirte, wie sie die neuen Technologien am besten einsetzen können, wie sich ihr Land am besten bewirtschaften lässt und wie sich die ländlichen Geschäftsmodelle, die durch die neuen Technologien erst möglich werden, am besten aufbauen lassen. Auf diese Weise werden die europäischen Landwirtschaftsbetriebe wettbewerbsfähiger und nachhaltiger; der Einfluss der Landwirte auf die Preisbildung steigt und gleichzeitig wird dazu beigetragen, Lebensmittelsicherheit, Schutz vor dem Klimawandel und einen Schub für Wachstum und Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten gewährleisten zu können.

Schlaue Köpfe hinzugewinnen: So wird die Landwirtschaft für den Nachwuchs attraktiv und unser Bild von der Landwirtschaft revolutioniert

Die Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb erfordert ein bewundernswertes Engagement. Tag für Tag stehen die Landwirte früh auf und leisten viele Stunden harte Arbeit, um ihre Felder zu bestellen oder ihr Vieh zu versorgen. Eine bessere Vernetzung und umfassende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in landwirtschaftlichen Betrieben können einen Wandel in der Landwirtschaft und in der Strukturierung des Alltagslebens von Landwirten bewirken. Anhand von ‚Precision Farming‘ kann beispielsweise das gleiche Produktivitätsniveau erreicht werden, während weniger Arbeitseinsatz erforderlich ist. Im Gegenzug können sich Landwirte vermehrt auf die Überwachung und Bewirtschaftung ihres Landes oder Viehs konzentrieren; so sinkt die körperliche Arbeitsbelastung und gleichzeitig wird die Lebensqualität aller Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebs verbessert. Derartige Veränderungen tragen dazu bei, die Landwirtschaft als solches attraktiver zu machen: Die Beschäftigung eines Landwirts würde so nicht nur als Traditionsberuf angesehen, sondern ebenfalls als unternehmerische Leistung. So könnten auch Nachwuchskräfte aus überbevölkerten städtischen Gemeinschaften angezogen werden, wenn hohe Lebensstandards und dynamische Arbeitsaussichten auf dem Land geboten würden. Heutzutage sind mehr als die Hälfte aller Landwirte über 55 Jahre alt, und daher wird das Anlocken junger Nachwuchskräfte entscheidend für die langfristige Überlebensfähigkeit dieses Sektors.

Die EVP ist davon überzeugt, dass Zugang zu anderen Infrastruktureinrichtungen – wie gute Bildung, Gesundheitsversorgung, Verkehrsanbindung, Einkaufszentren sowie kulturelle und soziale Aktivitäten – ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielen, ländliche Gebiete attraktiver zu gestalten. Zudem hebt die EVP die Bedeutung von Werbekampagnen hervor, um dem Image der Landwirtschaft einen Schub zu geben und dabei die Vorteile eines Berufs in einem Sektor hervorzuheben, der für junge Menschen nicht oft die erste Wahl darstellt.

Neue Verbindungsmöglichkeiten — für bessere Erträge

Die Zeitersparnisse, die sich aus einem höherem Automatisierungsgrad von landwirtschaftlichen Betrieben ergeben, ermöglichen es Mitarbeitern in der Landwirtschaft, sich aktiver in ihren Dorfgemeinschaften zu engagieren. Der Austausch von Daten unter Nachbarn — beispielsweise innerhalb einer örtlichen Agrargenossenschaft oder eines Zusammenschlusses — kann zu besseren Prognosen und Planungen führen. Derartige Informationen können zu einer Verbesserung von Menge und Qualität der Erträge einzelner Landwirtschaftsbetriebe führen und auf diese Weise zu höheren und stabileren Einkommen von Landwirten beitragen.

Ein solches gemeinschaftliches Vorgehen kann als Wissenspool fungieren und das Bewusstsein für den Mehrwert eines Einsatzes neuer Technologien wie dem ‚Precision Farming‘ stärken. Auf diese Weise können die Instrumente, die für Investitionen in der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe erforderlich sind, beschafft werden. So kann den Landwirten viel bürokratischer Aufwand erspart bleiben, indem geeignete Alternativen zur Mitfinanzierung gefunden werden. Zudem kann eine Genossenschaft oder ein Zusammenschluss aller Landwirte die erforderlichen Schulungen anbieten, beispielsweise zum optimalen Einsatz der neuen Geräte oder Werkzeuge, die sie selbst oder die Genossenschaft angeschafft haben. Die EVP setzt sich dafür ein, dass diese speziellen Schulungsprogramme für Dorfgemeinschaften aus EU-Mitteln mitfinanziert werden können.

Landwirte als Innovatoren und Unternehmer

Als multifunktioneller Sektor erfüllt die Landwirtschaft heutzutage eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben für ländliche Gebiete. Zusammenschlüsse oder landwirtschaftliche Genossenschaften können Landwirten ein Forum zum Gedankenaustausch bieten. Aufbauend auf ihrem Verständnis und Innovationsgeist werden Landwirte die Leistung und Anwendbarkeit ihrer Techniken im Rahmen des ‚Precision Farmings‘ optimieren können. Darüber hinaus werden sie in die Lage versetzt, selbst neue Anwendungen zu entwickeln, und somit können sie eine größere Produktivität für ihre Dorfgemeinschaft erzielen. Ein Landwirt kann also integraler Teil bei der Entwicklung lokal eingesetzter, maßgeschneiderter Landmaschinen werden. Mithilfe der Interaktion können sie zudem Geschäfts- und Marketingstrategien entwickeln, um ihre Innovationen voranzubringen.

Die EVP ist davon überzeugt, dass solche datengesteuerten Innovationen bei der Bereitstellung von Forschungsgeldern für die Landwirtschaft im Vordergrund stehen müssen, insbesondere vor dem Hintergrund von Horizont 2020, der Europäischen Innovationspartnerschaft für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit. Die Beteiligung von Landwirten an neuen landwirtschaftstechnischen Genossenschaften und die von ihren technologischen Anlagen gesammelten Daten, werden zu weiteren Forschungen und Innovationen sowohl auf regionaler als auch auf kommunaler Ebene anregen. Dies wird nicht nur zur engeren Verknüpfung von Forschung und Praxis beitragen, sondern auch Arbeitsplätze in Dorfgemeinschaften in ganz Europa schaffen, ebenso wie in Forschung und Entwicklung, und auf diese Weise die Integration ländlicher Gebiete in die allgemeine Wirtschaft unterstützen. Landwirte können von neuen Geschäftsmodellen profitieren und zwar durch die direkte Interaktion mit den Kunden, ohne dabei auf Einzelhändler angewiesen zu sein. Durch den Aufbau ihrer eigenen digitalen Plattformen können die Verbraucher somit direkt ihren eigenen Erzeuger vor Ort auswählen. Dies wird nicht nur mehr Arbeitsplätze schaffen und zu mehr unternehmerischer Vielfalt im landwirtschaftlichen Sektor führen, sondern auch weniger Monopole zur Folge haben – und damit wird es auch weniger negative Auswirkungen solcher Monopole auf den Markt geben. Für die kleinen und mittelgroßen Landwirtschaftsbetriebe in Familienbesitz ist dies eine besonders gute Nachricht.

Maßstäbe höher ansetzen: Gründe für digitales Wachstum

Während nachhaltiges ‚Smart Farming‘ in einigen Teilen Europas schon gang und gäbe ist, ist es nach wie vor ein großes Thema, wie sich Landwirte in der gesamten EU die benötigte High-Tech-Ausstattung in größerem Maßstab leisten können. Als kapitalintensives System, das umfangreiche Vorlaufinvestitionen erforderlich macht, erfordert die digitale Landwirtschaft die sofortige Aufmerksamkeit politischer Entscheidungsträger, die die Bedingungen für einen breit gefächerten Einsatz schaffen müssen. Die EVP unterstützt diese bewährten Verfahrensweisen (Good Practices) und ruft zu umfangreicheren finanziellen Anreizen für Landwirte auf, um sie in die Lage zu versetzen, so schnell wie möglich alles Erforderliche anzuschaffen und neue Produktionsmethoden anzuwenden. Die EVP ist überzeugt, dass die EU über den Kohäsionsfonds die Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten ausgleichen kann.

Nicht nur Landwirte sondern auch deren Organisationen müssen finanziell gut ausgestattet werden, wenn sie die Entwicklung und den Transfer von landwirtschaftlicher Technologie ermöglichen sollen. Die EVP unterstützt zusätzlich den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), der speziell auf eine Förderung des digitalen Wandels in der Landwirtschaft ausgerichtet ist. Mit Hilfe öffentlich-privater Partnerschaften werden sich die Übernahme neuer Technologien und die Leistung landwirtschaftlicher Innovationssysteme verbessern. Neue Investitionen können durch die Übernahme von Technologien aus anderen Sektoren weiter vorangetrieben werden, wie beispielsweise aus den Bereichen der Informatik oder der Robotertechnik. Vergleichende Wettbewerbsvorteile sowie eine Darstellung positiver Ergebnisse kann ersten Anwendern verdeutlicht werden, damit dies zu noch umfangreicheren Investitionen anregen kann.

Wachstum muss ‚grün‘ bleiben

Das europäische Landwirtschaftsmodell, insbesondere mit seinen Familienbetrieben, basiert auf generationenübergreifender Planung und Nachhaltigkeit, wobei die natürlichen Ressourcen für zukünftige Generationen geschützt werden sollten. Im Angesicht des Klimawandels — jedoch auch zukünftiger globaler Krisen — ist die Sicherung der Lebensmittelversorgung über einen lebendigen Landwirtschaftssektor in Europa zu einer strategischen Notwendigkeit geworden. Die EVP ist fest davon überzeugt, dass durch die Schaffung von Bedingungen für die Optimierung neuer Technologien dazu beigetragen kann, drängenden Herausforderungen wie dem nachhaltigen und sicheren Anbau von Lebensmitteln, dem Schutz natürlicher Lebensräume und der Landschaftspflege zu begegnen. In den vergangenen Jahren konnten die allgemeinen Emissionen aus der Agrarproduktion signifikant gesenkt werden; jedoch nutzt die moderne Landwirtschaft die Ressourcen noch nicht nachhaltig und ist für etwa 10 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Im Bewusstsein des Umwelteinflusses der Landwirtschaft ist die EVP fest davon überzeugt, dass eine Digitalisierung der Landwirtschaft effizient zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes beitragen kann.

Durch die Sammlung großer Datenmengen über Ernteerträge, Bodenbeschaffenheit, Wetter, Maschinen, Düngereinsatz und Tiergesundheit können digitale landwirtschaftliche Managementsysteme Landwirte bei besserer Überwachung der Entwicklung von Pflanzen und Tieren und entsprechenden Prognosen unterstützen. Überwachungssensoren können Landwirte über die genauen Bedürfnisse jeder einzelnen Pflanze und jedes einzelnen Tiers informieren und so die Exaktheit seines Eingreifens steigern. Folglich können landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktionskosten optimieren, indem sie den Wasserverbrauch und die Verwendung von Dünger reduzieren, den Ausbruch von Krankheiten besser verhindern und letztendlich ihre Erträge steigern. Sie können zudem eine größere Vielfalt an qualitativ hochwertigen, sicheren und gesunden Lebensmitteln gewährleisten – zu einem wettbewerbsfähigen Preis – um den Bedarf einer wachsenden Bevölkerung zu decken. Die Umweltbilanz in der gesamten Wertschöpfungskette wird besser, und die Biodiversität auf und in der Umgebung von Landwirtschaftsbetrieben wird zunehmen. Dies trägt zur Befruchtung von Pflanzen und zu natürlicher Schädlingsbekämpfung bei und kann verhindern, dass fruchtbarer Boden weggespült wird oder seine natürlichen Nährstoffe verliert.

Die Technologie hat Landwirte auch bei der Bewirtschaftung von solchen Landschaften unterstützt, die natürlichen Prozessen wie Witterung oder Erosion, die eine Folge menschlicher Eingriffe wie Dämme oder Deiche sind, am stärksten ausgesetzt sind. Die Pflege unserer Landschaften wird zu mehr Sicherheit und geringeren Risiken für alle beitragen.

Samen Säen — und Arbeitsplätze ernten

Die ländliche Wirtschaft der Zukunft wird immer mehr von Digitalisierung und Wissen abhängen, da Landwirte den digitalen Wandel weltweit optimal nutzen, um ihre nachhaltige Produktion zu verbessern. Die Europäische Volkspartei ist davon überzeugt, dass neue Technologien und ihre Anwendung durch die Landwirte innerhalb der EU entscheidend zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft beitragen wird. Wir sind uns bewusst, welchen Mehrwert innovative und nachhaltige landwirtschaftliche Gemeinden für unsere Gesellschaft schaffen – für Landwirte, Verbraucher, das Land und die Umwelt gleichermaßen — und wir glauben daher, dass eine systematische Vorgehensweise bei nachhaltiger Landwirtschaft inklusive neuer Geschäftsmodelle der digitalen Plattformwirtschaft (platform economy) in der Landwirtschaft, in der gesamten EU vorangetrieben werden muss.

Die Schaffung neuer Arbeitsplätze für die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts — in Bildung, Forschung und Entwicklung, Landbewirtschaftung und entlang der gesamten Nahrungsmittelversorgungskette — wird einen angemessenen Lebensunterhalt für Landwirte sicherstellen und das Wohlergehen von Bürgern sowohl in ländlichen als auch in den benachbarten städtischen Gebieten steigern. Doch insgesamt muss die Landwirtschaft wie jedes andere Unternehmen wirtschaftlich überlebensfähig bleiben: Die Beschäftigten müssen angemessen bezahlt werden können, die Investitionskosten für neue Technologien müssen internalisiert werden, einschließlich der folgenden Wartung oder Reparatur von technischen Geräten, während den Landwirten ein rentables Wirtschaften möglich sein muss. Für die Europäische Volkspartei ist es wichtig, dass die durchschnittlichen Bürger die Vorzüge der europäischen Agrarpolitik ernten können. Unsere Vision von einem nachhaltigen ‚Smart Farming‘ der Zukunft zielt genau darauf ab.