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Impfquoten verbessern und Desinformation bekämpfen

Resolution angenommen vom EVP-Kongress am 20. und 21. November 2019 in Zagreb, Kroatien

Mit der Feststellung, dass:

  1. die Bedeutung von Impfungen im Hinblick auf die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit weltweit sehr groß ist; Impfstoffe sieben schwerwiegende Volkskrankheiten bisher ausgerottet oder unter Kontrolle gebracht haben – Pocken, Diphtherie, Tetanus, Gelbfieber, Keuchhusten, Poliomyelitis und Masern; laut WHO die Zahl der durch Poliomyelitis bedingten Todesfälle seit 1988 um 99 Prozent zurückgegangen ist und mehr als 16 Millionen Menschen vor Lähmungen geschützt werden konnten; durch die Ausrottung von Pocken allein schätzungsweise 40 Millionen Menschenleben gerettet wurden;
  2. Europa aktuell zurückgehenden Impfquoten gegenübersteht und dies verheerende Auswirkungen auf unseren Kontinent hat; im letzten Jahr 82 000 Masern-Fälle in Europa zu verzeichnen waren, von denen 72 tödlich endeten; diese Zahl das Dreifache der 2017 gemeldeten Zahl und das 15fache der 2016 gemeldeten Zahl betrug;
  3. Anti-Impfkampagnen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben, da populistische Politiker eine Impfskepsis in ihre Anfeindungen und Verdächtigungen gegenüber Institutionen und multinationalen Unternehmen eingestreut haben und diese Botschaft über die sozialen Medien verstärkt haben; zwischen 2013 und 2016 die Impfquoten in Italien zurückgingen, da im Aufstieg begriffene populistische Parteien wie die Fünf-Sterne-Bewegung und die Lega Nord die Skepsis gegenüber Pflichtimpfungen befeuert haben.

In der Erkenntnis, dass:

  1. durch Impfungen derzeit jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle weltweit verhindert werden und weitere 1,5 Millionen Menschen gerettet werden könnten, wenn die weltweiten Impfquoten verbessert würden;
  2. die Weltgesundheitsorganisation die „Zögerlichkeit bei Impfungen“ 2019 als eine der zehn größten Bedrohungen für die globale Gesundheit genannt hat;
  3. ein politisches Bekenntnis zur Immunisierung von wesentlicher Bedeutung für die Leistung und Wirkung jedes Immunisierungsprogramms ist; mittels eines solchen Bekenntnisses Länder die Bedeutung von Impfungen als wichtige gesundheitspolitische Intervention und als öffentliches Gut anerkennen und den Wert bestätigen, den die Immunisierung in Bezug auf den gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Nutzen hat;
  4. die sozialen Medien die Verbreitung von Anti-Impfpropaganda erleichtert haben; in Facebook-Suchergebnissen zu Gruppen und Seiten mit Informationen zu Impfstoffen Anti-Impfpropaganda vorherrschend war; der Empfehlungsalgorithmus von YouTube die Betrachter von faktenbasierten medizinischen Informationen hin zu Fehlinformationen lenkt, die gegen Impfstoffe gerichtet sind.

Die EVP fordert dazu auf, dass:

  1. die Mitgliedstaaten die Erreichung einer Durchimpfungsquote von 95 % für die Krankheiten anstreben, für die sichere, kostengünstige und wirksame Kindheitsimpfungen verfügbar sind, um eine Herdenimmunität zu erreichen;
  2. die EVP-Mitgliedsparteien sich für verbesserte Impfquoten und eine fortgesetzte finanzielle Tragfähigkeit von nationalen Immunisierungsprogrammen stark machen;
  3. Plattformen sozialer Medien ihre Richtlinien hinsichtlich Inhalte überarbeiten, die Nutzer falsch informieren und schädigen könnten, und Anti-Impfpropaganda als solche Inhalte betrachten;
  4. die EU-Institutionen sich für eine nachhaltige europaweite Kampagne zur Förderung von Impfungen und deren Nutzen für die Bevölkerung einsetzen, die sich auf Forschungsergebnisse konzentriert, die zeigen, dass Impfungen von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit unserer Gesellschaften sind.